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Schneckeninvasion

 

Havelberg, Samstag, 26.07.2014: Die Wirbellosen haben das Heft in der Hand. Nach dem Regen des vergangenen Tages und während der ebenso feuchten Nacht kommen sie zuhauf aus ihren Löchern gekrochen, um auf Boot, Zelt und allem, was sonst noch so herumliegt, ihre widerliche Schleimspur zu hinterlassen. Ich dachte, dass es vielleicht nur entlang des frischgemähten Tangermünder Deiches so sei, aber die Sportfreunde, die auf kurzgeschorenem Rasen des Ruderclubs nächtigen, berichten von den gleichen Zuständen. Schnecken überall!
Auch Stunden später, als die Elbefahrer längst auf dem Wasser sind, kommen sie noch über den Süllrand gekrochen, quellen unter den Lukenabdeckungen hervor oder ziehen übers Deck. Wohl dem, der beim Zusammenrollen des Zeltes aufgepasst hat und nicht erst am heutigen Ziel, in Havelberg, merkt, dass er ein paar dieser schleimigen Freunde eingewickelt hat.

  • 102 - Die Elbefahrer verlassen Tangermuende
  • 103 - Arneburg lassen die Elbefahrer links liegen
  • 104 - ebenso das ehemalige Kernkraftwerksgelaende Stendal
  • 105 - So sehen Buhnen von innen aus

Tangermünde ist wirklich nett, dass merke ich noch beim abendlichen Stadtrundgang und auch am Morgen auf dem Weg zum Bäcker. Hierher muss ich wirklich noch mal wiederkommen, bei besser Wetter und mit mehr Zeit. Auch die Sportfreunde vom Tangermünder Ruderclub sprechen an alle Elbefahrer die freundliche Einladung zu einem Wiederholungsbesuch aus. Genauso wiederholt sich die Weitergabe des Fahrtenleiterholzes, diesmal von Thomas Reschke an Peter Papowski aus Celle, der uns die nächsten Tage „beaufsichtigen“ wird. Sachsen-Anhalt ist zwar noch nicht vollständig durchpaddelt, aber Thomas ruft die berufliche Pflicht.

Wenigstens hört es in der Nacht zu regnen auf und am Morgen dampft dichter Nebel vom Fluss auf und vermischt sich mit den noch tiefhängenden Wolken. Trotzdem ist es von der Temperatur her angenehm und beim Paddeln wird einem schnell warm. Drei Gierseilfähren sind auf der heutigen Etappe zu passieren, diese lassen wir links-rechts-links liegen. Links liegen bleibt Arneburg und das ehemalige Kernkraftwerksgelände bei Stendal (heute Zellulosewerk), während Sandau am rechten Ufer erbaut wurde.

Schließlich biegen die meisten Elbefahrer bei Kilometer 422,8 rechts in den Havelkanal ab, nur einige wenige paddeln vorbei und müssen eine Ehrenrunde drehen. Schleusung ist für jede volle Stunde vereinbart und das klappt reibungslos. Allerdings bin ich baff erstaunt, dass es auf die Havel hinunter geht. Immerhin knapp vierzig Zentimeter liegt die Havel gegenüber der Elbe tiefer (statt die ca. drei Meter hinauf, was die Schleusenkammer locker hergegeben hätte).

Die Ankunft beim Havelberger Wassersportverein ist soweit gut organisiert, die verantwortlichen Sportfreunde weisen jedem Ankömmling die passenden Zeltplätze zu. Auch das nebenan liegende Vereinsgelände der Ruderriege Havelberg wird mit annektiert (hier gibt es zusätzliche Waschräume, einen Grill und ebenso kühles Bier). Es sind nur wenige, die mit der Zuteilung nicht zufrieden sind und ihr Zelt noch mal umsetzen.

Nächstes Jahr ist ein Ruhetag in Havelberg für die Elbefahrer vorgesehen, denn da findet die Bundesgartenschau in fünf Havelstädten, darunter auch Havelberg, statt. Und das sollen/wollen sich die Elbefahrer natürlich nicht entgehen lassen.

 

gepaddelte Etappen      
Datum Start Ziel Distanz Gesamtkilometer  Blogeintrag
13.07.2014 Schmilka Dresden 44 44 hier...
14.07.2014 Ruhetag in Dresden hier...
15.07.2014 Dresden Meißen 34 78 hier...
16.07.2014 Meißen Riesa 25 103 hier...
17.07.2014 Riesa Torgau 48 151 hier...
18.07.2014 Torgau Wittenberg 58 209 hier...
19.07.2014 Ruhetag in Lutherstadt Wittenberg hier...
20.07.2014 Wittenberg Coswig 23 232 hier...
21.07.2014 Coswig Aken 40 272 hier...
22.07.2014 Aken Magdeburg 47 + 1 320 hier...
23.07.2014 Ruhetag in Magdeburg hier...
24.07.2014 Magdeburg Rogätz 1 + 28 349 hier...
25.07.2014 Rogätz Tangermünde 37 + 1 387 hier...
26.07.2014 Tangermünde Havelberg 1 + 35 + 3 426  
           
Die "kleinen" Zahlen geben die Distanzen auf den Zufahrten zu den Übernachtungsplätzen an.

 

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