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Von Flaschenpost und Gierseilfähren

 

Lutherstadt-Wittenberg, Freitag, 18.07.2014: Ich paddele ein Stückchen neben Franky aus Meppen her. „Guck mal, da schwimmt eine Flaschenpost!“, rufe ich. Deutlich erkennbar ist das zusammengerollte Blatt Papier in der Plastikflasche, die vor uns auf der Elbe treibt. Franky greift danach und lädt sie in sein Boot. „Das passt ja gut, denn ich sammele Flaschenpost, über 300 Stück hab ich schon."

  • 39 - Fahrtenleiter Wolfgang ueberreicht den Elbe-Staffelstab an Ronny
  • 40 - Wir verlassen das gastfreundliche Torgau
  • 41 - Karges Morgenmahl fur die Deichschafe
  • 42 - Von rechts muendet die Schwarze Elster

So entwickelt sich sofort ein neues Thema und ich erfahre, dass er sogar ein virtuelles Flaschenpost-Museum besitzt. Aber auch in einem ungenutzten Schaufenster hat er seine Fundstücke schon ausgestellt, momentan zeigt er einen Teil seiner Schätze im Harener Schifffahrtsmuseum. Wir erörtern die Vor- und Nachteile von Glasflaschen gegenüber den heute üblichen Plastikflaschen. Bruchfestigkeit gegenüber Windanfälligkeit, Stil gegenüber Wegwerfartikel. Tipp vom Profi: Nehmt für eure nächste Flaschenpost eine kleine Glasflasche, die durch dickeres Glas widerstandsfähiger ist, beschriftet sie außen auffällig mit „Flaschenpost“ o.ä. Und legt auf jeden Fall eine Antwortadresse bei. Falls ihr nur eine Plastikflasche habt, beschwert sie etwas mit Steinen etc.. Wenn nur das Papier drin ist, kann es sein, dass sie vom nächsten Windhauch ans Ufer getrieben wird und da auf ewig festhängt.

Nicht freifahrende Fähre - dieses Schild steht auf der jeweiligen Ruheseite - nur wenn die Fähre auf dieser Seite liegt, darf sie passiert werdenDie Gierseilfähren an er Elbe sind etwas besonderes und am Abend in Torgau informiert der sachsen-anhaltinische Fahrtenleiter Ronny Kampfenkel gleich nochmal über das richtige Verhalten an diesen Flussübergängen. Die Ruheseite der Gierseilfähren wird ca. einen Kilometer oberhalb durch ein blaues Schild angezeigt, auf dem ein stilisiertes Schiff zu sehen ist, das auf einem weißen Strich fährt. Auf diese Seite darf die Fähre NICHT passiert werden. Hat die Fähre diese Ruheseite verlassen oder liegt sie gar am anderen Ufer heißt das für alle „Warten!“.

Fähre Pretzsch. Die Fähre liegt auf der Ruheseite, als wir das blaue Schild passieren. Der Flusslauf führt gerade darauf zu, alles ist gut einzusehen. Allerdings beobachten wir, wie ein letztes Auto auf die Fähre fährt. „Die fährt gleich rüber und macht zu“, sage ich zu den Mitpaddlern im näheren Umfeld, „wir müssen warten.“ Kein Problem, wir stellen das Paddeln ein und lassen uns treiben. Tatsächlich fährt die Fähre los und schneller als erwartet ist sie auch schon am anderen Ufer und die Autos fahren vom Schiff runter. Andere Sportfreunde haben keine Geduld und paddeln auf der verbotenen Seite vom Gierseil vorbei. Die Übeltäter werden gleich vom Fährmann angemotzt, der natürlich gleich wieder auf seine Ruheseite und den Weg freigeben möchte. „Ihr dürft hier nicht fahren, jetzt muss ich warten, bis ihr vorbei seid. Das gibt es doch nicht!“, schimpft er.

Die längste Etappe der Elbefahrt liegt zwischen Torgau und Wittenberg, immerhin 58 Kilometer. Das bei über 30° C im Schatten. Ich teile mir die Etappe ungefähr in Drittel und mache dann immer eine kleine Badepause zur Abkühlung. Viel zu trinken, etwas zum Essen und es geht weiter. Leider gibt es in den idyllischen Sandbuhnen wenig Schatten. Trotz Karibikfeeling fehlen einfach ein paar Palmen.

Schatten gibt es allerdings unter den hohen Bäumen am KV Harmonie Elster bei Kilometer 200kommairgendwas. Auch das Bootshaus ist zugänglich, in der Küche steht ein großer Kühlschrank mit Kaltgetränken, daneben eine „Kasse des Vertrauens“. Bei früheren Vereinsfahrten haben wir hier immer Station gemacht, die Internationale Elbefahrt zieht aber weiter gen Wittenberg.

Hier haben die Sportfreunde von der WSG Wittenberg alle Register gezogen, um uns Elbefahrern ein herzliches Willkommen und viel Programm am morgigen Ruhetag zu bieten. Frischer Blechkuchen, kostenloser Kaffee, Kaltgetränke, eine Infomappe mit Stadtplan und touristischen Informationen und, das habe ich noch nirgends erlebt, ein kostenfreier Waschservice, bei dem verschwitzte Paddelklamotten durch die Waschmaschine gejagt werden. Super!

 

gepaddelte Etappen      
Datum Start Ziel Distanz Gesamtkilometer  Blogeintrag
13.07.2014 Schmilka Dresden 44 44 hier...
14.07.2014 Ruhetag in Dresden hier...
15.07.2014 Dresden Meißen 34 78 hier...
16.07.2014 Meißen Riesa 25 103 hier...
17.07.2014 Riesa Torgau 48 151 hier...
18.07.2014 Torgau Wittenberg 58 209  

 

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