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Fehlberechnungen

 

Torgau, Donnerstag, 17.07.2014: Da haben die Landvermesser einst sicher blöd aus der Wäsche geschaut. Die Sachsen kamen flussab und kilometrierten die Elbe ab der deutsch-tschechischen Grenze. Die Preussen kamen stromauf von der Mündung in die Nordsee. Beide stellten ein Schild mit dem Kilometer 121 auf. Dummerweise standen die Schilder aber einen guten Kilometer auseinander - hier, wo das Bundesland Brandenburg das erste Mal auf ein kurzes Stückchen an die Elbe stößt. Irgendwo war der Wurm drin.

  • 29 - Riesas Ufer wird von den riesigen Silos der Tierfutterfabrik beherrscht
  • 30 - Anfahrt auf Strehla
  • 31 - Die Kuehe interessieren die vorbeiziehenden Elbefahrer kaum
  • 32 - Wenig Orte liegen direkt an der Elbe

Es konnte von den Ingenieuren keine Fehlmessung festgestellt werden, die Arbeit war genau durchgeführt worden, aber die Elbe war tatsächlich einen Kilometer länger als angenommen. Da die Preussen ihre Arbeit nicht nochmal machen wollten, einigte man sich auf den Kilometer 121 A. Ein kleines Unikum an der Elbe, das wir heute passiert haben.

Die großen Tierfuttermittelsilos von Riesa lassen wir schnell hinter uns und es geht hinaus aufs flache Land. Deich links, Deich rechts, dazwischen schlängelt sich das blaue Band der Elbe. Allerdings kann der aufmerksame Beobachter zahlreiche Vögel und andere Tiere beobachten: schwarze und rote Milane, unzählige Reiher, auch der Storch stakst am Ufer entlang. Sogar ein Fischadler kreist über den Paddlern. Am Ufer stehen immer wieder Deichschafe eng nebeneinander, die Köpfe unter die Leiber der anderen gedrückt und damit den Schatten ausnützend. Die Kühe trauen sich ins flache Wasser an den Buhnen und kühlen die Milch im Euter. Eine Gruppe aus drei Reitern prescht durchs flache Wasser des Kiesufers. Auch wenn die landschaftlichen Highlights etwas in den Hintergrund getreten sind, es ist immer was los an den Ufern.

Kaum ist Mittagszeit drängt es den Elbefahrer zur Pause ans Land. Endlich mal wieder hinsetzen... In den Buhnen wird der Kies immer feiner, oft kann man sich hier auch schon im weichen Elbesand ausstrecken. Das wird jetzt von Kilometer zu Kilometer besser. Ich paddle an vielen Paddlergruppen vorbei und steuere meine Lieblingsbuhne beim Kilometer 137 kurz vor Belgern an.

Endlich grüßt Schloss Hartenfels vom linken Ufer, Torgau ist erreicht. Am Steg vom Torgauer Kanu Club stehen tatkräftige Helfer bereit. Kaum bin ich angekommen und ausgestiegen, wird mein Boot auch schon die Böschung hochgetragen. Das ist Service, vielen Dank! Auf den gemähten Elbwiesen entsteht schnell die bunte Zeltstadt. Es ist genügend Platz für alle, und selbst eine Terrasse höher, auf dem nicht so großen Gelände des Kanu Clubs, hat es noch Luft für ein paar Zelte.

In Torgau begrüßen uns nicht nur der stellvertretende Bürgermeister Osmar Brück und der Vorsitzende des TKC, Jürgen Becker. Auch Heiner Quandt, Präsident des Sächsischen Kanu-Verbandes, ist gekommen, um die Elbefahrer zu begrüßen und aus Sachsen zu verabschieden. Ab morgen paddeln wir in Sachsen-Anhalt. Wir "wechseln" mit dem Bundesland auch den Fahrtenleiter, das gute Wetter soll allerdings Bestand haben.

 

gepaddelte Etappen    
Datum Start Ziel Distanz Gesamtkilometer 
13.07.2014 Schmilka Dresden 44 44
14.07.2014 Ruhetag in Dresden
15.07.2014 Dresden Meißen 34 78
16.07.2014 Meißen Riesa 25 103
17.07.2014 Riesa Torgau 48 151

 

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